Virginie Raemy wurde 1988 in Genf in eine Familie von Musikliebhabern geboren. Sie nimmt im Alter von fünf Jahren zum ersten Mal eine Geige in die Hand und hat sie seitdem nicht mehr losgelassen.

Ihre allererste Lehrerin heißt Dominique Fivaz und motiviert sie mit einem System von Punkten und kleinen Geschenken. Virginie liebt sofort den Geigenunterricht!

Jetzt aber im ernst: sie hat es immer geliebt, neue Stücke zu lesen und zu verschlingen, neue musikalische Horizonte zu entdecken und sich von der Musik bewegen zu lassen. Zu dieser Zeit begann sie auch mit der Kammermusik, im beachtlichen Alter von fünfeinhalb Jahren.

Danach studiert sie am Genfer Konservatorium in der Klasse von Nicolas Jéquier und folgte den Quartettklassen von Édouard Liechti. Sie nimmt eifrig am Orchestre du Collège de Genève teil, eine Erfahrung, die für ihre Berufswahl entscheidend sein wird! Anschließend führte sie ihre erste Oper - Isabelle Aboulkers Les Enfants du Levant - unter Mitwirkung von Musikern des Orchestre de la Suisse Romande auf.

Ihre Liebe zum Orchesterspiel hat nie nachgelassen; es gibt für sie keine größere musikalische Überhöhung als den Austausch von Emotionen innerhalb einer Violinsektion oder eines Kammermusikensembles.

Ihr berufliches Studium beginnt sie im Alter von sechzehn Jahren bei Margarita Piguet-Karafilova an der Haute École de Musique de Lausanne. Vier Jahre später schliesst sie ihr Studium mit einem Diplom als Geigenlehrerin ab. Sie ist jetzt ihrerseits Lehrerin, mit dem Gefühl, dass es noch so viel zu lernen gibt!

Zu dieser Zeit entdeckt sie Meisterkurse, wie zum Beispiel an der Sommerakademie in Sion, wo sie bei Gyulla Stuller studiert.

Dann entscheidet sie sich, in Deutschland, der Wiege der Musik, zu studieren. Ihre Begegnung mit Prof. Albrecht Winter an der Musikhochschule Köln / Wuppertal verändert ihre Geigentechnik.

Dank seines Rates - und viel harter Arbeit - gewinnt sie ihr erstes zweijähriges Praktikum bei den Düsseldorfer Symphonikern. Dort entdeckt sie die Welt der Oper und verliebt sich unwiderruflich in Tosca, Isolde, Parsifal und Salome.

 

Gleichzeitig wird sie Mitglied der Deutschen Jugend-Philharmonie (Junge Deutsche Philharmonie). Dort ist sie mehrmals Stimmführerin der zweiten Violinen und spielt viele Stücke aus dem großen symphonischen Repertoire. Sie entdeckt die größten deutschen Konzertsäle, wie die Berliner Philharmonie und das Konzerthaus Berlin, die Alte Oper Frankfurt, die Laeiszhalle in Hamburg, mit den Dirigenten Kristjan Jäärvi, Lothar Zagroszek, Jonathan Stockhammer und Christophe Rousset u.a.

Es ist eine sehr intensive Zeit!

Sie interessiert sich auch für die Barockmusik und nimmt drei Jahre lang Viola-da-Gamba-Unterricht mit Gudrun Fuss, der eine ideale Ergänzung zur Violine darstellt. Welch eine Freude, tiefe Töne zu erzeugen und die Harmonie durch ihrer Basis zu verstehen!

Es ist eine Erleuchterung, als sie während einer Tournee die Alexander-Technik entdeckt. Viele ihrer Prinzipien integriert sie nun in ihre pädagogische Vision und in ihr persönliches Spiel.

Nach ihrem Abschluss als Geigerin zieht sie nach Basel, um in der Musik-Akademie bei Raphaël Oleg zu studieren. Danach gründet sie ihre eigene Geigenklasse und erhält 2015 ihren Master of Performance. Sie nimmt auch Privatunterricht bei Amandine Beyer und spielt sogar die Hälfte ihres Master-Abschlusses auf der Barockvioline.

Danach absolviert sie ein einjähriges Praktikum bei dem Sinfonieorchester Basel und setzt ihre Ausbildung bei Lehrern wie Sebastian Hammann, Klaïdi Sahatci und Frédéric Anglereaux fort.

Derzeit arbeitet sie als freiberufliche Musikerin mit Sitz in Basel, wo sie ihre Privatschüler unterrichtet. Sie arbeitet regelmässig mit dem Sinfonieorchester Basel, der Basel Sinfonietta, der Zürich Sinfonietta, dem Swiss Orchestra und dem Orchester des 21st Century Orchestra zusammen. Sie ist auch als Aushilfslehrerin an der Musikschule Basel und Riehen und am Genfer Konservatorium tätig. Sie ist auch Konzertmeisterin des Titus-Orchesters in Bruderholz.

Virginie Raemy schloss im Februar 2020 ihr Studium an der Universität Basel mit einem Bachelor of Laws ab.